Liebe Lehrkraft, wie geht es Ihnen eigentlich?

Liebe Lehrkraft, wie geht es Ihnen eigentlich?
Liebe Lehrkraft, wie geht es Ihnen eigentlich?

Wie belastet fühlen sich die Lehrkräfte?

„Guten Tag! Wie geht es Ihnen?“ – Sätze, mit denen wir häufig begrüßt werden, aber über die wir selten wirklich nachdenken. Also mal eine etwas andere Frage – Wie geht es Ihnen mit Ihrer Arbeit?

Es gibt wenige Studien, die sich dem Thema Lehrergesundheit annehmen. Eine vergleichsweise wichtige Lehrerstudie von Schaarschmidt ist bereits von 2006. In dieser Studie stellt sich die Situation im Lehramt so dar, dass Personen, die eine gesundheitsförderliche Einstellung zu ihrem Beruf haben, eher selten sind. Personen, die gesundheitsschädlichen Muster A und B aufweisen mit (jeweils 30%) sehr häufig vorkommen. Dabei gibt es kaum schulformbedingte oder regionale Unterschiede. Die gesundheitsschädlichen Muster sind zusätzlich bei Frauen und Personen mit höherem Lebensalter häufiger vorzufinden (vgl. Saarschmidt 2006a, S. 3).

Aber nun mal zu Ihnen!

Fühlen Sie sich, wenn Sie an Ihre Arbeit denken, vielleicht häufig überfordert, resigniert, demotiviert? Empfinden Sie die Arbeit als Belastung oder sind Sie motiviert und positiv gestimmt?

Diese Empfindungen zeigen das Gefühlsspektrum auf, dem verschiedene Risikomuster oder Risikotypen zugeordnet werden können. Je nachdem, wie jemand die Anforderungen der Arbeit subjektiv empfindet und damit umgeht, ergibt sich ein geringes oder ein hohes Risiko für die eigene Gesundheit. Die unterschiedlichen Verhaltensweisen werden durch die Risikomuster beschrieben.  

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Zu welchem Risikomuster gehören Sie?

Die Einordnung in ein sogenanntes Risikomuster können Sie mit einem Test Namens AVEM - Arbeitsbezogenes Arbeits- und Erlebensmuster vornehmen. Dieser Test ist kostenpflichtig auf der Seite Pearson / PsyCorp zugänglich. Mit diesem Test ist es möglich, eine zusammenfassende Aussage über das Ausmaß gesundheitsförderlicher oder gesundheitsgefährdender Verhaltens- und Erlebensweisen zu treffen. Durch diesen Test kann für jede Person eine Zuordnung zu einem der vier Referenzmustern G, S, A und B erfolgen. Diese Referenz- oder Risikomuster, die von Schaarschmidt (2006) erstmals veröffentlicht wurden, werden hier kurz beschrieben. Vielleicht erkennen Sie sich in einem oder mehreren wieder?

Zeit etwas zu verändern?!

Der bereits erwähnte AVEM Test - Arbeitsbezogenes Arbeits- und Erlebensmuster bietet sich darüber hinaus an, um ihn mit dem gesamten Kollegium durchzuführen. Die Ergebnisse sind nicht nur für die Einzelnen, sondern die gesamte Schulentwicklung sehr wertvoll. Oft betreffen die nötigen Veränderungsbedarfe nämlich nicht nur personenbezogene Komponenten, sondern auch arbeitsplatzbezogene Faktoren (vgl. Schaarschmidt 2006b, S. 12f.). Werden beispielsweise im gesamten Kollegium deutlich unter der Norm liegende Ergebnisse im Bereich innere Ruhe und Ausgeglichenheit erzielt, lässt sich im Folgenden gemeinsam an diesem Bereich arbeiten (vgl. Schaarschmidt & Fischer 2013, S. 23f.).

Selbstreflexion und ein positives Umfeld schaffen

Außerdem ist es hin und wieder empfehlenswert, über Ihre eigenen Erwartungen an sich und die anderen nachzudenken. Sind Sie manchmal vielleicht strenger mit sich selbst als Sie es mit anderen sind? Zeit, um sich neue Ziele zu setzen und etwas gnädiger mit sich selbst zu sein (Schaarschmidt 2006, S. 9). Ein weiterer wichtiger Aspekt, um die eigene Gesundheit und die Gesundheit Ihres sozialen Umfeldes zu fördern, ist der Aufbau eines guten sozialen Klimas am Arbeitsplatz aber auch im privaten Umfeld. Vertrauen und ein offener Austausch, sowie ein guter Kontakt zur Schulleitung sollte angestrebt werden. Sie selbst sind in der Lage, diesbezüglich Vorschläge einzubringen und die Beziehungen zu Ihren Kollegen zu vertiefen (vgl. Schaarschmidt 2006b, S. 10).

Sollten Sie selbst nicht in der Lage sein, diese positiven Veränderungen Ihrer Lebenssituation anzustoßen, weil Ihnen ganz einfach die Kraft fehlt, scheuen Sie nicht sich Hilfe von außen zu suchen. Ein richtiger Ansprechpartner kann hier zunächst die Hausärztin oder der Hausarzt sowie andere Fachkräfte sein (vgl. Schaarschmidt 2006b, S. 10f.).

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